Anthroposophische Gesellschaft Michaelzweig Pforzheim
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Friedwart Husemann

Portait Hr.HusemannDr.med.Friedwart Husemann war Facharzt für Innere Medizin und versierter Anthroposoph mit tiefem Hintergrundwissen. Friedwart Husemann verstarb am 3.Februar 2022 unerwartet.

Er verfasste einen regelmäßigen, sehr bemerkenswerten Rundbrief zu vielen aktuellen Themen der Anthroposophie. Einige dieser Rundbriefe sind hier öffentlich wiedergegeben, noch mehr seiner Rundbriefe finden Sie im internen Bereich der Seite, der erst nach Anmeldung zugänglich ist.

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Ahriman und das Ich des Menschen

Rundbrief zur Anthroposophie

Lieber Freunde,

kürzlich fragte mich eine Leserin meiner Rundbriefe, ob man nicht Sorge haben müsse, dass die geplante Corona - Impfung das Ich des Menschen schwächen oder gar auslöschen könnte. Am selben Tag vermittelte mir ein anderer Leser eine Passage aus dem Werk R. Steiners, die diese Frage zwar nicht im Hinblick auf die Impfung, aber im Hinblick auf das Ich sehr deutlich beleuchtet. 

Es ist nämlich tatsächlich so, dass es in der Welt Kräfte gibt, die dem Menschen das Ich wegnehmen wollen. Goethe hat dieses Thema in seinem Faust dargestellt. Faust muss den Vertrag mit seinem Blut unterschreiben, welches das Ich des Menschen repräsentiert. Nach Faustens Tod setzt Mephistopheles alles daran, um sich Faustens Seele zu holen. Es misslingt ihm aber, weil die Engel auf ihn und seine Genossen Rosen streuen. Die „Liebe von oben“ hat Faust gerettet. Es war Gretchens Liebe, die zusammen mit der Gnadenliebe Christi von der geistigen Welt aus dies bewirkt haben.  

Anthroposophisch gesagt ist es Ahriman, der das Ich des Menschen haben will. Dafür braucht er aber gar keine äußeren Maßnahmen, sondern er kann sein Ziel schon durch unseren gewöhnlichen Unsterblichkeitsgedanken erreichen. Der heutige Unsterblichkeitsgedanke ist völlig leer geworden. Nur aus persönlichem Egoismus glauben die Menschen noch an ein Weiterleben nach dem Tode. In Wirklichkeit sind die heutigen Menschen in ihren Seelentiefen davon überzeugt, dass die Seele mit dem Tode stirbt. Der eine oder der andere unserer Zeitgenossen sagt das auch deutlich genug. Ich erinnere mich an Helmut Schmidt (1918 – 2015) und an Karl Lagerfeld (1933 – 2019), die in Interviews so gesprochen haben.  

Hier nun die entsprechende Passage aus dem Werk Rudolf Steiners über unseren Unsterblichkeitsglauben: „Die Wirklichkeit ist in Wahrheit noch viel ernster. Wenn der Mensch nämlich genügend intensiv durch genügend lange Zeit diese unterbewusste Sehnsucht ausbildet, mit dem physischen Tode zugrunde zu gehen, so geht er auch mit dem physischen Tode zugrunde. Dann hört das, was da als Geistig-Seelisches vorhanden ist und was sich sein Abbild schaffte, auf, eine Bedeutung zu haben; dann vereinigt es sich wiederum mit geistigen Welten und verliert die Ichheit. Das Abbild der Ichheit wird ahrimanisch umgestaltet, und die ahrimanischen Mächte bekommen das, was sie wollen: sie bekommen das irdische Leben in die Hand. Das heißt, ein großer Teil der heutigen zivilisierten Welt strebt darnach, die Zivilisation der Erde nicht fortzusetzen, sondern die Menschen zum Sterben zu bringen und ganz anderen Wesen, als die Menschen es sind, das irdische Leben zu übergeben […] Sie sehen also, unsere Zeit steht vor der Gefahr, die Kultur der Erde zu vernichten, nicht bloß falsche Ansichten zu züchten, sondern in dem Menschen Abbilder dieser falschen Ansichten hervorzubringen und die Menschen von ihrem ewigen Sein wegzubringen“ (GA 198, 17.7.1920). 

Das kann einem sehr zu denken geben. Wir brauchen demnach keine Impfung, um das Ich des Menschen zu verlieren, womit ich natürlich die Gefahren der Impfung nicht verharmlost haben will. Es genügen schon unsere Gedanken über unser Fortleben der Seele nach dem Tode, um nach dem Tode wirklich nicht weiter zu leben, wenn wir nur lange und intensiv genug uns das Leben nach dem Tode als unmöglich vorgestellt haben. Hier gilt: was du heute denkst, das bist du morgen. 

Wodurch aber wird der Gedanke der Unsterblichkeit inhaltvoll und real? Dadurch, dass der Gedanke der Ungeborenheit hinzugefügt wird. Und eben dieser Gedanke ist für die ahrimanischen Geister fürchterlich, vor allem dann, wenn er in Worte sich wandelt, wenn dieser Gedanke also ausgesprochen wird. Wenn das Wort „Ungeborenheit“ im Weltenäther erscheint, geraten die ahrimanischen Dämonen in Angst und Schrecken! Sie verlieren ihre Orientierung, hüllen sich in Finsternis, versinken ins Bodenlose und fallen in den Abgrund (GA 203, 13.3.1921). Es ist wichtig, zu wissen, wodurch Ahriman in Angst und Schrecken gerät. Nemo contra deum nise deus ipse (Niemand gegen Gott wenn nicht Gott selbst). Ahriman ist der Regisseur von Furcht und Angst und Schrecken. Wenn wir dasjenige tun, was Ahriman selbst in Angst und Schrecken versetzt, dann wird er unwirksam, dann muss er uns dienen und dadurch wird er sogar eines Tages erlöst. Unser Denken und die Verwandlung des Gedankens in ein Wort sind hierbei wirksame Taten, wie R. Steiner an der genannten Stelle in GA 203 darstellt. 

Mit dem Verwandeln eines Gedankens in ein Wort stelle ich mir vor: ein Gespräch, einen Vortrag, ein geschriebenes Buch, das gelesen wird, ein Gebet, das gebetet, ein Mantram, das meditiert oder einen Kultus, der gefeiert wird.  

Anthroposophie als Lehre von dem Vorirdischen des Menschen, als Lehre von der Wiederverkörperung des Menschen durch wiederholte Erdenleben ist demnach ein sehr wirksames Element, um das Ich des Menschen zu retten und Ahriman einen Strich durch seine Rechnung zu machen. 

Herzlich Ihr Friedwart Husemann

By Friedwart Husemann
Friedwart Husemann

Erinnerungen an den Himmel

Rundbrief zur Anthroposophie

Liebe Freunde

Anknüpfend an die Mitteilung, dass die ahrimanischen Dämonen in Angst und Schrecken geraten und in den Abgrund stürzen, wenn sie nur das Wort „Ungeborenheit“ im Weltenäther wahrnehmen (GA 203, 13.3.1921, siehe mein Rundbrief „Ahriman und das Ich des Menschen“), möchte ich noch einiges Weitere zu diesem Themenkreis mitteilen. Ich nähere mich dem Thema von verschiedenen Seiten. 

Das Wort Ungeborenheit

hat bei manchen Lesern Missverständnisse ausgelöst. Ungeborenheit ist gemeint als Gegenteil oder Pendant zur Unsterblichkeit. So wie die Unsterblichkeit ein Leben der Seele nach dem Tode annimmt, so meint die Ungeborenheit ein Leben der Seele vor der Geburt bzw. vor der Empfängnis. Also beispielsweise die Suche der Seele nach einem geeigneten Elternpaar und die geistige Gestaltung des Vererbungsstromes durch die sich inkarnierende Individualität, das ist der Zustand der Ungeborenheit, wie er hier gemeint ist. Für Platon war die Präexistenz der Seele eine Selbstverständlichkeit, er meinte ja, dass unser Lernen nur ein Wiedererinnern an das Vorirdische sei (sog. Anamnesislehre). Platons Schüler Aristoteles dagegen glaubte nicht mehr daran, durch ihn wurde die Präexistenz der Seele abgeschafft. 

Nikolaus von der Flüe (1417 - 1487)

der Schweizer Nationalheilige Nikolaus von der Flüe konnte sich an sein Leben vor der Geburt erinnern. Er vertraute dies seinem Beichtvater. Im Zustand vor seiner Geburt sah er das eigene Leben voraus und sah sogar die bei seiner Taufe anwesenden Menschen, die er dann in den folgenden Jahren der Kindheit wiedererkennen konnte, weil er sie vor seiner Geburt schon geschaut hatte. R. Steiner nennt dies „einen bedeutsamen Hinweis auf das Geburtsmysterium des Menschen“ (GA 187, 22.12.1918). Ich bringe dieses Beispiel deswegen, weil die unten referierten Berichte aus dem Buch „Erinnerungen an den Himmel“ mit den Erlebnissen des Nikolaus von der Flüe vergleichbar sind. 

Ein neues Sinnesorgan für wiederholte Erdenleben

Der Mensch entwickelt gegenwärtig ein Organ, welches in der Nähe des Broca`schen Sprachzentrums im Gehirn liegt, und welches ihn befähigen wird, sich an sein früheres Erdenleben zu erinnern. Was man also bisher nur durch Initiation erreichen konnte, wird dann ein Allgemeingut aller Menschen sein. Dieses Organ wird kommen, ob man will oder nicht. Die Anthroposophie hat demgegenüber die Aufgabe, dieses Organ richtig zu benützen. Es kann nämlich auch falsch benützt werden und wird dann die Ursache zu nervösen Krankheiten (GA 152, 1.5.1913, Vortrag in London).

Erinnerungen an den Himmel

Das Buch „Erinnerungen an den Himmel – Was Kinder aus ihrer Zeit vor ihrer Geburt berichten“ von Wayne W. Dyer, Heyne, 2016, amerikanisches Original „Memories of Heaven“, Random House, 2015 bringt eine Fülle von Berichten, was Kinder über ihr Leben vor der Geburt erzählen. Meist sind die Kinder um 3 Jahre alt, wenn also die Erinnerung an das Vorirdische noch frisch ist und das irdische Denken schon zu wirken beginnt. Die meisten Berichte stammen aus den USA und dem übrigen englischsprachigen Raum. Das Umfeld dieser Kinder ist unsere gegenwärtige Welt mit Auto, Fernsehen, PC, Smartphone und Supermarkt. Die Kinder erzählen spontan und unverblümt, was sie erlebt haben. Die Eltern sind überrascht oder sogar erschüttert von dem, was ihre Kinder sagen. Die Kinder erinnern sich an ihr Leben bei Gott oder bei den Engeln, welches sie als ein Leben voller Licht und Liebe erlebt haben. Manche beschreiben es auch als schöne Parklandschaft oder als ein Stehen auf den Wolken oder ein Leben in den Sternen. Regelmäßig und fast immer mit denselben Worten sagen die Kinder, dass sie sich ihre Mutter oder die Eltern ausgesucht haben. Ein Kind berichtet: es gab im Himmel zwei Türen, eine zur Auswahl der Eltern, die andere zur Auswahl der Geschwister. Ein anderes Kind sah eine lange Menschenreihe im Himmel, wo die zu wählenden Eltern hintereinanderstanden, woraus sich das Kind seine Eltern ausgesucht hat. Ein Kind, dessen Mutter sich gleich nach der Geburt hatte scheiden lassen, hatte dies im Leben vor der Geburt vorhergesehen. Es hat die Scheidung als gut und richtig angesehen und die Mutter darüber getröstet. Sogar adoptierte Kinder haben sich vor ihrer Geburt nach kurzem Zwischenaufenthalt bei ihrer leiblichen Mutter für die adoptierenden Eltern entschieden. Auch zur Wahl der Geschwister und der Verwandten kommen detaillierte Berichte, die durch verschiedene Ereignisse sich als richtig herausstellten, wenn z. B. das schon geborene Kind das Geschlecht des zweitgeborenen Kindes  richtig vorhersagt, weil es sein Geschwisterkind schon im Leben vor der Geburt kennengelernt hatte.  

Die Berichte sind in dem Punkt, dass die Kinder sich ihre Eltern und Geschwister im Leben vor der Geburt aussuchen, überzeugend und stimmen mit der Anthroposophie überein. Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass so etwas heute auftritt. Ein entsprechendes Buch mit so vielen Zeugnissen wäre vor 50 Jahren undenkbar gewesen. Unsere gegenwärtige Menschheit wird „aus dem Munde der Kinder und Säuglinge“ (Psalm 8) über ihren eigenen geistigen Ursprung aufgeklärt. Dass der Mensch eben nicht bloß aus der Verbindung von weiblichem und männlichem Keim entsteht, wie es die Reproduktionsmedizin suggeriert, sondern drittens aus der sich inkarnierenden Individualität. Diese Individualität gestaltet den vererbten Leib. Hier sieht man unmittelbar die Verwandlung und die Gestaltung der Materie durch den Geist: „Es ist der Geist, der sich den Körper baut“ (Schiller, Wallensteins Tod, III/13). Der vorirdische Mensch nimmt die Schwierigkeiten des kommenden Lebens in seine Entschlüsse auf: „Man weiß im Geistessein, dass man zu seiner Gesamtentwicklung ein Sinnesleben nötig hat, das der Seele dann vielleicht im Sinnensein unsympathisch oder bedrückend verläuft, und man strebt es doch an, weil man im Geistessein nicht auf das Sympathische und Angenehme, sondern auf dasjenige sieht, was zur rechten Entfaltung des Eigenseins notwendig ist“ (GA 16, 8. Meditation). 

Weitere Berichte desselben Buches z. B. über frühere Erdenleben sind naturgemäß undeutlich und eher irrtümlich. Die berichteten Zeiträume stimmen mit den von der Anthroposophie her bekannten Zeiträumen nicht überein. Und wie bei den Rückführungstherapien erscheinen als Todesursachen im letzten Erdenleben gewaltsame Ereignisse. Was hier berichtet wird, kann nur allgemein und nicht tatsächlich genommen werden. Hier zeigt sich eben bereits, dass das erwähnte sich bildende Sinnesorgan von der Geisteswissenschaft beurteilend begleitet werden muss. 

Dem Ganzen des Buches tut dieser zuletzt erwähnte Mangel aber keinen Abbruch, weil es doch ein großartiges Zeugnis unseres vorirdischen Lebens dokumentiert.  

Herzlich Ihr Friedwart Husemann

By Friedwart Husemann
Friedwart Husemann

Ein wichtiger Aufsatz in Sachen Rassismus Vorwurf gegen R. Steiner

Liebe Freunde

Im Zusammenhang mit den in Wahrheit völlig grundlosen Vorwürfen gegen R. Steiner, dass er rassistisches Gedankengut verbreitet habe, ist jetzt in der Wochenschrift Das Goetheanum ein hervorragender Aufsatz von Detlef Hardorp erschienen. Die Redaktion der Zeitschrift hat den Artikel freigegeben und wünscht sich eine möglichst weite Verbreitung.

https://dasgoetheanum.com/schwerpunkte/2020/7/16/woodrow-wilson-und-die-rassenbasierte-gesellschaft

Hardorp berichtet eindrucksvoll von der militant rassistischen Politik Woodrow Wilsons (1856 – 1924), dem amerikanischen Präsidenten, der Amerika in den 1. Weltkrieg führte und gegen dessen 14 Punkte R. Steiner nicht müde geworden ist, zu opponieren. Wilsons Begriff von dem „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ ist laut Steiner ein Unding, man kann nur vom Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Menschen sprechen. Der Begriff des angeblichen Selbstbestimmungsrechtes der Völker dagegen ist vielfach mißbraucht und eigentlich gegen die wirklichen Interessen der Völker und gegen den einzelnen Menschen gewendet worden. 

Herzlich Ihr Friedwart Husemann

By Friedwart Husemann
Friedwart Husemann

Jupiter und Saturn

Rundbrief zur Anthroposophie

Liebe Freunde

Sie sehen jetzt nachts unterhalb des Sommerdreiecks tief am Himmel zwischen Steinbock und Schütze die beiden großen Planeten, die sich am Ende diesen Jahres zur Großen Konjunktion vereinen werden. Rechts steht Jupiter, strahlend und weisheitsvoll, links der lichtschwächere Saturn, der aber eine geheimnisvolle Innerlichkeit anzeigt. Beide zusammen blicken sie uns wie ein Augenpaar an. Kürzlich sah ich sie nachts um 1 Uhr auf fast gleicher Höhe. Je länger ich die beiden betrachtete, desto weniger konnte ich mich von ihnen abwenden. Konzentration und Meditation werden von diesen beiden Wandlern geradezu hervorgerufen. Durch die Rückläufigkeit Jupiters entfernen sie sich z. Zt. wieder. Ihre Entfernung und ihr Zusammenrücken werden die Nächte der kommenden Monate bestimmen und gut beobachtbar sein. 

Walther Bühler hat 1983 das Buch „Der Stern der Weisen – vom Rhythmus der großen Konjunktion Saturn -Jupiter“ veröffentlicht. Anlass war die dreifache große Konjunktion der beiden im Jahr 1981. Zur dreifachen großen Konjunktion kommt es immer dann, wenn Saturn und Jupiter in Opposition zur Sonne sich begegnen, dadurch gleichzeitig ihre Schleifen bilden und dadurch dreimal hintereinander zur Konjunktion sich verbinden. Solch ein Ereignis ist viel seltener als die regelmäßige, einfache Große Konjunktion, die alle 20 Jahre stattfindet und jetzt also wieder am 21.12. 2020 sich ereignen wird. 

Ich habe Bühlers Buch jetzt wieder gelesen. Dieses Buch ist voller Weisheit und Tiefsinn, wie wenn es von dem Geist dieser beiden Planeten inspiriert worden wäre. Der wichtigste Punkt ist Bühlers wunderbare Entdeckung, dass diese beiden Planeten die Rhythmen und Ereignisse im Leben Jesu gestaltet haben. 

Jupiter durchwandert jedes Jahr ein neues Sternbild, er braucht für einen Durchgang durch den Tierkreis 12 Jahre. Mit 12 Jahren feiert jeder von uns seinen ersten Jupiter - Geburtstag. Das erinnert uns an die Szene des 12-jährigen Jesus im Tempel. Damals ging das Ich des salomonischen Jesusknaben auf den nathanischen Knaben über. Deswegen kam er seinen Eltern so verwandelt vor. Der salomonische Knabe starb bald darauf, ebenso die nathanische Mutter, die nur jenen einen Sohn aus dem Hause Nathan geboren hatte. Die salomonische Mutter, die insgesamt sechs Kinder bekam, bildete mit dem nathanischen Vater eine neue Familie. Der salomonische Vater war kurz vorher schon gestorben. Die nathanische und die salomonische Familie waren von Anfang an miteinander befreundet gewesen. 

Das Leben Jesu gliederte sich im weiteren Fortgang in Perioden von jeweils 6 Jahren. Von 12 bis 18 lernte er das Handwerk des Zimmermanns und gleichzeitig lernt er kennen, wie das Judentum und die Stimme er Propheten damals eigentlich verklungen waren. Von 18 bis 24 ging er auf Wanderschaft und lernte das Heidentum kennen. Erschütternd war das Erlebnis des 24-jährigen Jesus (24 = 2 X 12). Damals kam er zu einem heidnischen Volk, das von seinen Priestern verlassen worden war. Die verzweifelten Menschen baten Jesus, das Amt des Priesters auszuüben. Jesus konnte jedoch das Opfer nicht vollbringen, sondern fiel vor dem Altar in Ohnmacht. Er empfing gleichzeitig mit dieser Ohnmacht als geistige Stimme das makrokosmische Vaterunser, das er dann später in das uns bekannte Vaterunser umwandelte. Das heidnische Volk um ihn herum verstand den ganzen Vorgang nicht und ergriff die Flucht. Von 24 bis 30 war Jesus bei den Essäern und lernte deren strenge Prinzipien kennen. Diese hier sehr verkürzt wiedergegebenen Ereignisse berichtet R. Steiner in seinen Vorträgen über das 5. Evangelium (GA 148). 

Mit 30 Jahren ereignete sich dann die Jordantaufe, die wieder mit einem Sterbevorgang begleitet war: das Ich des salomonischen Jesus, das mit 12 Jahren in den nathanischen Jesus eingezogen war, verließ den Leib des 30 Jahre alten Jesus, damit ein noch viel größeres Ereignis stattfinden konnte, dass nämlich das hohe Sonnenwesen, das Welten – Ich oder der Christus den Leib des Jesus ergriff und durchdrang. Der Saturn braucht 30 Jahre für dieselbe Strecke, für die Jupiter 12 Jahre benötigt. Auf diese Weise sind also Jupiter und Saturn die Zeitgeber des Jesuslebens. 

Bühler bringt noch viele weitere Aspekte dieses Zusammenwirkens von Jupiter und Saturn, vor allem auch, inwiefern ihre Konjunktion als „Stern der Weisen“ begriffen werden kann. Er beschreibt auch - damals noch im Vorblick – das Erscheinen des Halley`schen Kometen für das Jahr 1986, die Zahl 666 im Zusammenhang mit dem Jahr 1998 (= 3 X 666) und die Jahrtausendwende (wenn das Dezimalsystem unserer Jahreszählung möglichst viele Nullen zeigt). Alle drei Ereignisse, auf die wir jetzt zurückblicken, hängen mit einem verstärkten Impuls zum Materialismus und einem verstärkten Wirken verschiedener Widersacher Mächte zusammen. 

Mit vielen astronomischen Phänomenen und geisteswissenschaftlichen Mitteilungen untermauert, stellt Bühler diesem dreigliedrigen „Rhythmus des Bösen“ die Große Konjunktion von Jupiter und Saturn und die dreimalige Konjunktion der beiden als den „Rhythmus des Guten“ gegenüber. Ein ermutigender Gedanke, zu dem uns zu erheben, die beiden ernst - leuchtenden Augen dieser Nächte uns veranlassen können. 

In dem Zyklus zu Ostern 1924 bringt R. Steiner den Spruch aus den Mysterien von Ephesus über die sieben Planeten (GA 233a, 22.4.1924 bzw. in GA 40 „Weltentsprossenes Wesen…“), wo Jupiter und Saturn in solche Worte gefasst worden sind, dass man beim Beobachten der beiden ihr Wesen unmittelbar zu erkennen glaubt: „Jupiters erstrahlende Weisheit“ und „Saturns weltenalte Geist-Innigkeit“.

Herzlich Ihr Friedwart Husemann

Eine schöne Darstellung der Planete und hilfe Sie zu finden gibt es hier: Jupiter und Saturn mit dem Mond bei starwalk.space

By Friedwart Husemann
Friedwart Husemann

Sommer Meditation

By Peter Scheeder
Peter Scheeder

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