Liebe Freunde
zum Problem der Technik bzw. des G5 Funknetzes bringe ich Ihnen heute zwei weitere Stellen aus dem Vortragswerk R. Steiners. Die erste Stelle aus dem Landwirtschaftlichen Kurs verdanke ich meiner Frau Imke, die zweite Stelle aus einem Priesterkurs von 1923 verdanke ich meinem Bruder Frimut, der Priester der Christengemeinschaft in Berlin ist.
3. Die strahlende Elektrizität verhindert das Denken
Rudolf Steiner wurde in Koberwitz danach gefragt, was er von jener Methode hält, Futtermittel mit Elektrizität zu konservieren. Diese Methode selbst fand R. Steiner eine bloße Modeerscheinung. Über die Nachrichtenübermittlung und über die Elektrifizierung äußerte er sich aber sehr interessant. Er beschreibt, dass die Nachrichten Übermittlung immer schneller gehe. Man denkt zunächst, dass eben dieser Geschwindigkeitszuwachs das Problem sei, jeder von uns ist ja überfordert von den vielen Nachrichten. Aber was sagte Steiner? Er meinte, das Wesentliche sei, dass die wirksamen Kräfte immer weniger sichtbar werden. Die Dampfmaschine zeigte noch viel von ihrem Wesen, sie wirkt bewusst auf den Menschen. Wenn man zu demselben Zweck elektrifiziert, sieht man fast nichts mehr, die Elektrizität wirkt „furchtbar unbewusst“. … „Ganz zweifellos geht da eine Entwicklung in der folgenden Richtung, wenn ich jetzt berücksichtige, dass die Elektrizität ja oberirdisch verwendet wird als strahlemde Elektrizität, aber auch als leitende Elektrizität, um möglichst rasch Nachrichten zu bringen von einem Ort zum anderen; dieses Leben des Menschen, namentlich in der strahlenden Elektrizität, wird bewirken, dass die Menschen nicht mehr kapieren können diese Nachrichten, die sie so schnell kriegen. Es wirkt auslöschend auf das Kapieren“ (GA 327, Fragenbeantwortung 16.6.1924). Also gar nicht die Geschwindigkeit, sondern das Leben in der strahlenden Elektrizität löscht das menschliche Verständnis aus. Das ist eine unbewusste Wirkung! Unter „strahlender Elektrizität“ können wir meines Erachtens heute das gesamte elektromagnetische Spektrum von den Radiowellen bis zur Gamma Strahlung verstehen. Die ahrimanischen Mächte sind heute so stark, dass sie dem Menschen das Denken wegnehmen. Deswegen die Rettung unserer Kultur dadurch, dass wir das Denken bewusst schulen. Das Denken wird geschult, wenn wir unsere Intelligenz auf das Übersinnliche anwenden. Es ist der Kampf um die frei gewordene Intelligenz: entweder Ahriman bekommt sie, oder wir Menschen tragen dazu bei, dass Michael sie wieder zurückerhält, wie er sie ursprünglich uns gegeben hatte (GA 26, Kap. „Die Weltgedanken im Wirken Michaels und im Wirken Ahrimans“ und z. B. GA 237, 28.7.1924).
4. Der Kultus musste erneuert werden, weil eine Technologie entstanden war, die es früher nicht gegeben hatte
Goethe lebte noch in einer Welt ohne Telegraphen und ohne Telefondrähte. Wir leben heute in einer Welt, wo solche Drähte und vieles mehr überall vorhanden sind. Das ist eine ganz fundamentale Tatsache, wie R. Steiner den Priestern gegenüber betonte. Denn dadurch, dass unsere Welt von solchen und ähnlichen Drähten durchsetzt ist, verödet die Menschenseele. Der bisherige Kultus entstand in einer Zeit, wo diese Technologie noch nicht vorhanden war. R. Steiner: „Die Anthroposophie will hier so eingreifen, dass ein neuer Impuls entstehen kann, der in der Lage ist, die Menschen unabhängig zu machen von dem, wovon sie äußerlich nicht unabhängig werden können. Das muss hingenommen werden, was äußerlich da ist [also die Telefondrähte und die Funknetze etc.]. Aber es muss auf der anderen Seite der Gegenpol geschaffen werden“ (GA 345, 11.7.1923). Die Menschenweihehandlung rechnet mit der modernen technisierten Welt, die seit dem 19. Jahrhundert sich entwickelt hat. Ja sie zieht sogar aus der Tatsache der modernen Technik einen der Gründe, warum sie überhaupt entstanden ist.
Dasselbe gilt meines Erachtens sinngemäß für die Opferfeier, die R. Steiner als viergliedrige Messe, als „etwas Messe – Ähnliches“, nach Begründung der Christengemeinschaft vermittelt hat. Es ist ein Kultus für Dissidenten, für diejenigen, die z. B. Probleme mit dem Priesterberuf und seiner Hierarchie haben, aber natürlich auch für alle anderen, die nach einem freien Christentum streben (GA 269, S. 63 – 79 und insbesondere S. 124 – 131). Die Opferfeier lebt im Freien christlichen Religionsunterricht der Waldorfschulen und in der heilpädagogischen Bewegung, kann aber „überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen“ (ebenda, S. 125).
Mit herzlichen Grüßen Ihr Friedwart Husemann